Bestandsaufnahme
29.01.2024
Bevor ich richtig loslege, musste ich dem Bötchen erstmal auf den Zahn fühlen. Eine gründliche Inspektion stand an, um mögliche faule Stellen oder andere böse Überraschungen zu entdecken. Zum Glück gab es keine Anzeichen von Fäulnis – das Holz sah gut aus und roch auch nicht nach „Feuchtgebiet“. Ein kleiner Sieg!
Der Rumpf: „ Kein Torf”
Der Rumpf ist der wichtigste Teil des Schiffs, und ich wollte sicherstellen, dass alles stabil ist. Beim Kauf hatte ich schon mit einem Magneten geschaut, ob der Rumpf mit Stahlschrauben verschraubt ist. Leider war genau dies der Fall. Die Gefahr besteht, dass Wasser über die Jahre durch den Lack eindringt, und dafür sorgt, dass die Schrauben unter der Oberfläche rosten und Feuchtigkeit für Fäulnis im Holz sorgt. Bei der genauen Inspektion stellte sich heraus, dass der Lack an manchen Stellen sich durch Korrosion hebt. Kein Drama, aber der Kiel muss runter, um den Kahn zu wenden und bequem die alten Schrauben durch Mahagoni-Stifte und Epoxidharz zu ersetzen.
Der Lack:
Der Lack am Rumpf ist noch in erstaunlich gutem Zustand, wenn man bedenkt, wie alt das Schiffchen ist. Der Klarlack am Aufbau zeigt an einigen Stellen leichte Gelbverfärbungen und ein paar Dellen sind auch nicht zu übersehen. Aber immerhin ist der Lack noch dicht, und es ist noch keine Feuchtigkeit unter den Lack gekrochen. Ein gutes Zeichen👍
Beschläge und Leinen:
Ein Blick auf die Beschläge und das Tauwerk – die sind nicht mehr jung. Die Winschen sind benutzt, aber ich hoffe, dass ich sie noch retten kann. Bei den Leinen sieht es ähnlich aus: Ein paar taugen noch, aber die meisten müssen ersetzt werden. Auch die Beschläge haben die beste Zeit hinter sich und müssen erneuert werden.
Der Innenraum:
Kommen wir zum Inneren des Schiffs. Die Kajüte ist eigentlich ganz okay, aber die Decke hat ein paar Lackschäden, und ein kleiner Muffgeruch hängt in der Luft. Kein Drama. Die Polster sind muffig und löchrig. Der Schaumstoff im inneren bröselt. Auch hier werde ich tätig werden müssen.
Die Elektrik
Die Elektrik? Eigentlich noch okay. Die Positionslichter und das Echolot funktionieren, auch wenn das Echolot so alt ist, dass man sich fragt, Müll oder Spende ans Maritime Museum. Aber hey, immerhin funktioniert es. Eine kleine Überraschung gab es beim Autoradio – nach dem Einschalten hat es angefangen weiß zu qualmen. Haben wir einen neuen Papst?
Sicherheitsequipment:
Der Feuerlöscher und die Seenotfackeln sind schon seit den 80ern abgelaufen – da heißt es leider, raus und durch Neues ersetzen.
Der Mast
Der Mast sieht gut aus, keine Risse, Korrosion oder ähnliches. Das stehende Gut werde ich allerdings komplett erneuern. Man weiß ja nie, wie damit gesegelt wurde…
Fazit: Auf geht’s zur Restaurierung!
Die ersten Eindrücke des Waarschip 570 sind jedenfalls vielversprechend. Es gibt keine dramatischen Schäden – es ist einiges zu tun aber es sind Dinge , die sich beheben lassen. Es kann also los gehen.🥳






