Werft V1

Man kann es eigentlich so sagen: Ohne die Werft – bzw. ohne die spontane Zusage meines Großvaters, aus den Überresten seines alten Carports einen Unterstand für ein Boot zu bauen – hätte es dieses ganze Projekt nie gegeben.
Für meinen kleinen Azubi-Geldbeutel ist so ein Refit eine große Nummer. Da wollte ich nicht auch noch Miete für eine Halle oder Garage stemmen müssen. Ich glaube allerdings, meinem Großvater war nach ein paar Gläsern Sekt nicht ganz klar, was er mit seiner Zustimmung ausgelöst hat. Und ehrlich gesagt hat er wohl auch bis zum Tag, an dem das Boot wirklich ankam, nicht geglaubt, das ich dieses Projekt durchziehe.

Aber dann stand das Boot da – und plötzlich wurde es ernst.

Schon in den Monaten vorher hatte ich überlegt, wie ich das Boot abstelle, sobald der Kiel demontiert ist. Wichtig war mir, dass der Unterstand funktional und stabil ist, bei geringen Baukosten. Das Geld möchte ich ja lieber ins Boot stecken. 😉

Palettenstapel als Auflager

Die Lösung waren Paletten, die ich kostenlos über Kleinanzeigen bei einem Babyladen bekommen habe. Ich habe als Auflager je zwei Stapel à drei Stück gestapelt, oben eine dicke Styroporplatten als Polsterung drauf und dann das Schiff mit dem Vorschiff und den Sitzbänken ablegen. So konnte der Aufbau des Schiffes zwischen den Stapeln frei hängen und hatte genügend Abstand zum Boden.

Palettenstapel als Auflager

Der Carportrahmen musste verlängert werden, da das Boot länger ist als das alte Gestell. Gleichzeitig wollte ich, wenn ich später auf dem Boot arbeite, etwas Abstand zum Dach haben. Also habe ich eine Seite des Gestells um einen Meter erhöht – und schon stand der neue „Dachstuhl“.

Verlängerung des Carports

Dach, Lattung und Plane

Als Nächstes kam die Dachlattung drauf. Diese habe ich so konstruiert, dass man das Dach später mittig teilen und am Stück abheben kann – praktisch, wenn das Boot wieder umgedreht wird.
Als Dach selbst dient eine dicke LKW-Plane.

der Dachstuhl steht

Der obere Teil der Seite wurde mit Profilholz beplankt. Nur Folie hätte bestimmt ärger mit meinen Großeltern gegeben.😁

Die Holzvertäfelung

Das Holz wurde als Witterungsschutz noch lasiert.

Für die eigentlichen Seitenwände habe ich Seitenteile von Partyzelten verwendet. Die haben zwei Vorteile:

  1. Durch die Fenster kommt Licht rein.
  2. Sie sind flexibler als fest verbaute Holzwände.

Der Platz links und rechts vom Boot beträgt nur etwa 30 cm. Mit festen Wänden hätte ich dort kaum noch arbeiten können. Die Partyzelte-Seiten kann ich mit Gummis einfach hochrollen und fixieren – so habe ich immer genau da Platz, wo ich ihn brauche. Im Sommer kann ich zudem alles komplett hochklappen und habe eine perfekte Durchlüftung. Und ich muss sagen: Die Lösung funktioniert bis heute richtig gut.

Die übrigen Paletten habe ich als Boden ums Boot ausgelegt. So beiben die Schuhe etwas sauberer.